Ausgabe 2 - 02/2008
mediafazit
Newsletter
Zum Abonnieren unseres Newsletters bitte Ihre E-Mail-Adresse eingeben und uns zusenden
Rückläufige Tendenz?
Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im November '07 ist im Vergleich zum Vorjahr annähernd stabil. Dies dokumentiert das Statistische Bundesamt in seiner jüngsten Mitteilung. Die Wiesbadener Datensammler errechneten für den November des vergangenen Jahres sogar einen marginalen Rückgang der Fälle um 3,2 %. Damit setzt sich nach Lesart der Behörde ein stetiger Rückgang seit dem Sommer des letzten Jahres fort. Im Juli gab es noch einen Zuwachs. Er lag – gemessen am Vorjahresmonat – bei mehr als 20 %.
Verglichen mit den gut 9.442 Verbraucherinsolvenzen aus dem Oktober des vergangenen Jahres erscheinen die absoluten Novemberzahlen jedoch noch nicht beruhigend. Tatsächlich meldeten die deutschen Amtsgerichte mit Ablauf des Novembers 9.376 Fälle an das Statistische Bundesamt. Dies entspricht im Vormonatsvergleich also lediglich einem Rückgang um 0,7 %. Die zur Debatte stehende Forderungssumme der Gläubiger gegenüber Verbrauchern bezifferten die Gerichte alleine für den Oktober auf insgesamt knapp 550 Millionen Euro. Zudem verzeichneten die Institutionen von Januar bis November 2007 nach vorläufigen Ergebnissen 11 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Das Ausfallrisiko für Unternehmer ist somit nach wie vor gegenwärtig. Seit die neue Insolvenzordnung im Jahr 1999 inkraftgetreten ist, haben rund 400.000 Verbraucher einen Insolvenzantrag gestellt. Umso wichtiger ist das Wissen um die konkreten Gefahren: Wer steckt hinter den zahlungsunfähigen Haushalten der Republik? Wo drohen Ausfälle am häufigsten? Mediafazit hat die aktuellsten Veröffentlichungen zum Thema auf der Suche nach den kritischen Kennzeichen eines typischen Schuldnerhaushaltes gesichtet.
Als maßgebliche Basis der Betrachtung diente die im November erschienene Publikation „Überschuldung privater Haushalte“ des Statistischen Bundesamtes. In diese Untersuchung flossen die Daten von 126 Schuldnerberatungsstellen aus dem Jahr 2006 ein. Mehrere zehntausend beratene Personen hatten damals einer Auswertung ihres Falles zugestimmt. Das fortwährend zusammengetragene Zahlenmaterial wurde erstmals 2007 statistisch bearbeitet und bildet den Grundstock für weitere Untersuchungen. Die vorliegenden Ergebnisse liefern belastbare Aussagen über die betroffenen Personengruppen und deren Einkommenssituation, die Ursachen und die Höhe der Überschuldung sowie über die wichtigsten Gläubigerkategorien.
Die Schulden in Zahlen
Jeder in die Untersuchung einbezogene Haushalt ist mit durchschnittliche 37.000 Euro überschuldet. Bei Paaren ohne Kinder sind dies 53.000 Euro und bei der Gruppe der 60 bis 65-jährigen sogar 58.000 Euro. Mehr als 10 % der letztgenannten Kategorien haben sogar Schulden von mindestens 100.000 Euro angehäuft. In zwei Drittel aller Fälle verteilen sich die geforderten Beträge auf weniger als neun Gläubiger. Lediglich 14 % der Schuldner müssen nur einen Gläubiger bedienen.
Ursache Arbeitsmangel
Deutlich tritt der Zusammenhang zwischen Erwerbslosigkeit und finanziellen Engpässen zutage. Obwohl zwei Drittel eine abgeschlossene berufliche Ausbildung oder ein Studium vorweisen können, gehen nahezu 70 % der Betroffenen keiner geregelten Beschäftigung nach. Diesen Umstand erleben immerhin etwa 30 % als Hauptgrund für ihre finanzielle Misere. Weit über die Hälfte der Befragten muss mit einem Nettoeinkommen von lediglich 900 Euro monatlich auskommen. Die Daten verraten auch, dass unter den überschuldeten Personen die Arbeitslosenquote proportional zur Kinderzahl steigt.
Singles und Familien
Überraschend hoch ist der Anteil von Singlehaushalten. Sie sind mit nahezu 45 % deutlich überrepräsentiert. Die Daten erlauben aber auch den Schluss, dass in einem Drittel aller Fälle Kinder die Folgen von Überschuldung und Insolvenz miterleben müssen.
Die Gläubiger
Nach Banken, öffentlichen Gläubigern und Privatpersonen treten vor allem Vermieter, Versandhäuser und Telefongesellschaften als Forderungsinhaber auf. Nachfolgende Details veranschaulichen die Situation beispielhaft.
Alleinerziehende Frauen mit drei oder mehr Kindern haben zwar insgesamt weniger Schulden als alleinerziehende Männer der gleichen Kategorie. Ihre offenen Rechnungsbeträge bei Versandhäusern sind allerdings um den Faktor 4 höher.
In der Gruppe der unter 20-jährigen verzeichneten Telekommunikationsanbieter mit rund 3.000 Euro pro Schuldner fast doppelt so hohe Außenstände wie im Durchschnitt aller Altersklassen.
Weiter offenbaren die Zahlen, dass Schuldner durchschnittlich 1.000 Euro bei Energieversorgern, aber rund 3600 Euro Mietschulden angehäuft haben. Hier spiegelt sich die schwache rechtliche Position der Vermieter wieder: Strom- und Gaslieferanten können im Zweifelsfall den Energiehahn zudrehen. Der Vermieter hat hingegen keine analoge Möglichkeit.
Die Insolvenzstatistik liefert monatlich Informationen über alle Insolvenzverfahren nach der Forderungshöhe sowie nach Bundesländern und den Antragstellern. Darüberhinaus berichtet das Bundesamt jährlich über den Ausgang und das finanzielle Ergebnis der Fälle.
Gegenstand der Statistik sind zunächst alle von den Insolvenzgerichten eröffneten Verfahren. Hinzu kommen die wegen mangelnder Masse abgewiesenen Insolvenzanträge sowie die für Verbraucher geschaffenen gerichtlichen Schuldenbereinigungspläne. In die Statistik fließen keine Zahlen aus Insolvenzanträgen ein, die etwa von Gerichten darüber hinaus abgewiesen oder von den Gläubigern zurückgenommen wurden. Darin unterscheidet sich die Insolvenzstatistik von der Justizgeschäftsstatistik. Die Insolvenzgerichte übermitteln die endgültigen monatlichen Angaben zwei Wochen nach Ende des auszuwertenden Monats an die Statistischen Landesämter.
Webhinweis: www.destatis.de
Forderungsausfälle?
Keine Zeit verschenken. Werden Sie jetzt aktiv!
Kostenfrei & unverbindlich
seriös & zuverlässig
Behördlich registriert gem. § 10 Abs.1 Nr.1 RDG
Mitglied im Bundesverband Dt. Inkasso-Unternehmen
Vertragspartner der Schufa Holding AG
TÜV-geprüftes Forderungsmanagement
Referenzen



